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Maria und der Mai

Ein geistlicher Impuls von Pfarrer Volker Teklik
Foto vom 23.05., der Messe zum jährlichen Gelübdetag in Marpingen
Datum:
8. Mai 2026
Von:
Pfarrer Volker Teklik

Maria und der Mai

In einem alten Trierer Marien Lied, das heute noch gerne gesungen wird, heißt es: „Kommt Christen, kommt zu loben, der Mai ist froh erwacht. Singt aus des Lobes Lieder in seine Blütenpracht“. Damit wird die alte Tradition des geistlichen Mai beziehungsweise des Marienmonats, der tief in der Volksfrömmigkeit verwurzelt ist, besungen. Vielen von uns ist das reiche Brauchtum in diesen Wochen vertraut: Wallfahrten, Prozessionen zu Marienkapellen, besondere Marienmessen, Maiandachten und vieles mehr. Der theologische Hintergrund für dieses Brauchtum ist die Überzeugung, dass mit Christus und seiner österlichen Auferstehung, eine neue Schöpfung, neues Leben und damit sozusagen ein neuer Frühling für die Menschheit angebrochen ist. Somit ist es eine treffende Symbolik, in dem Monat, in dem die Natur zu sprießen beginnt und alles bunt und lebensfroh erscheint, besonders an die Frau zu denken, die an diesem Heilsplan  Gottes mitgewirkt hat, weil sie uns und allen Menschen seinen Sohn geboren hat: Maria, die Mutter Gottes. Ihr Ja-Wort zu Gottes, eigentlich unbegreiflichem Plan und ihr grenzenloses Vertrauen in Gott sind ein großes Vorbild für unseren eigenen persönlichen Glauben, und es tut uns gut, uns an ihr zu orientieren und sie um ihre mütterliche Fürsprache anzurufen – und das in allen Lebenslagen! Hinzukommt, dass sich viele Christen vor allem deshalb so gut von Maria verstanden fühlen, weil sie eine Frau mitten aus dem Leben geblieben ist, die die ganze Palette des menschlichen Lebens erfahren und in der Kraft ihres Glaubens getragen hat. Dazu gehören schöne Erlebnisse, wie zum Beispiel das große Glück, Mutter zu werden und einem Kind das Leben zu schenken. Dazu gehören aber auch viele alltägliche Lasten des Lebens und schließlich der übergroße Schmerz, unter dem Kreuz auszuhalten und den Tod des eigenen Sohnes miterleben zu müssen. Menschen, die ihr Glück und ihre Freude, aber auch ihre Belastungen und ihre Sorgen im Gebet mit Maria teilen, sind deshalb gut bei ihr aufgehoben. Hinzukommt, dass sie sich in allen Lebenslagen von der Kraft ihres Glaubens und ihres Gottvertrauens hat tragen lassen und niemals die Hoffnung aufgegeben hat. Die Auferstehung ihres Sohnes und sein österliche Sieg über den Tod haben diese Hoffnung besiegelt.

Folgen wir der Einladung des Marienmonats  Mai, besonders auf Maria zu schauen, sie um ihre Wegbegleitung und ihre Hilfe zu bitten. Nehmen wir die Einladung unserer Gemeinden zu den besonderen Gottesdiensten in diesen Wochen an, und lassen wir uns von Maria neue Glaubenskraft, neues Gottvertrauen und neue Hoffnung schenken! Sie geht als Mutter und Fürsprecherin sicher gerne mit uns.

Pfarrer Volker Teklik