Gedanken zum November

Der November beginnt leise. Die Tage werden kürzer, das Licht wird weicher, und mancher spürt, wie die Natur zur Ruhe kommt.
Am 1. November feiern wir Allerheiligen. Wir denken an Menschen, die vor uns geglaubt, geliebt und gehofft haben. Sie waren keine Übermenschen. Sie haben ihren Alltag gelebt, mit Zweifeln und Fehlern, und doch ist in ihnen etwas aufgeleuchtet von der Güte Gottes. Heilig wird man nicht allein. Menschen werden es durch andere, die uns zeigen, wie ein Leben aus dem Glauben aussehen kann: ein offenes Ohr, ein stilles Gebet, eine helfende Hand.
An Allerseelen richtet sich unser Blick auf die, die uns vorausgegangen sind. Wir stellen Kerzen auf die Gräber und sagen ihre Namen. Dabei erinnert uns auch unsere eigene Endlichkeit: Memento mori – bedenke, dass du sterben wirst. Das ist keine Drohung, sondern eine Einladung.
So gehören beides zusammen: das Leuchten im Heute und das Erinnern an das Morgen. Wir sind eine Gemeinschaft, die Lebenden und die Verstorbenen, getragen von einem Licht, das nicht erlischt. Und so wissen auch wir, wenn wir sterben, dass wir uns wiedersehen auf der anderen Seite des Ufers.
